Kirche

.

Wie ein Wächter über Berg und Tal steht am Dorfeingang die Kirche. Sie ist dem Heiligen Zeno, dem Stadtheiligen von Verona, geweiht.

Präsident: Cadruvi Toni, 081/925 38 22

Die Kirche von Ladir liegt am Rande des Dorfes und bietet eine einmalige Aussicht bis Chur und Disentis.
Durch Ihrer einmalige Lage, bietet sie sich speziell für Hochzeiten an. Nähere Informationen darüber erhalten Sie beim Präsidenten der Kirchgemeinde.

Die Sage des Hl. Zeno (Sogn Sein)

Nach der Sage soll er einst diese noch wilde Berggegend bereist und den heidnischen Bewohnern  mit solchem Eifer gepredigt haben,  dass diese das Christentum annahmen. Der Heilige blieb nun in Ladir  und zu seinen Ehren  weihten die Gläubigen in Ladir  ein Gotteshaus. St. Zeno verweilte lange in Ladir und ging von hier aus talein  und talaus  um das Evangelium zu verkünden. Nun war aber der Teufel neidisch auf den Erfolg des Heiligen und trachtete danach, das Bekehrwerk zu hemmen, womöglich sogar die Gläubigen ins Reich der Finsternis  zu treiben. Aber zu tief war der Glaube an den Erlöser eingewurzelt, als dass mit List das heilige Werk vernichtet werden konnte. Satan musste zur Gewalt Zuflucht  nehmen.  Eben war der Bau des Gotteshauses zu Ladir begonnen, so dachte der Geist der Finsternis , dieses Werk der Gläubigen zu vernichten, holte vom Rheinbett herauf  einen grossen Stein, den er den Wald hinauftrug und mit dem er die Kirche zu zertrümmern gedachte. Unterwegs ruhte er aus, legte die Last neben sich und sich selbst unter eine Tanne. Wie er nun rastete, kam der heilige Zeno den Wald herab, um in der Ebene zu predigen. Alsbald den Bösen erblickend und an der Anwesenheit des grossen, niemals an dieser Stelle gelegenen Steinblocks das Ansinnen des Satans erkennend, kniete er auf diesem Stein nieder, betete und nahm dem darob ergrimmten Luziferus die Macht, den Stein weiter zu heben, bezwang sogar durch sein Gebet den Bösen die Gegend zu verlassen, um auch ihn, den Heiligen und seine Gläubigen  in Ruhe zu lassen.

(Verfasst Buch von Dr. Jecklin „Volkstümliches aus Graubünden“ Titel: „ Der heilige Zeno“ erschienen Bündner Monatsblatt Nr 5/6 1962)

image003

Dieser Stein des Heiligen Zeno ( Crap da Sogn Sein) befindet  sich oberhalb von Schluein, am Rande der alten Strasse, die Ladir mit Schluein verbindet. Auf der

Oberseite sind zwei Vertiefungen sichtbar, wie wenn ein Mensch in dieser  Steinmasse gekniet hätte. In der Unterhöhlung haben viele Ladirer und auch andere, beim Vorbeigehen, ein frischgepflücktes Tannenzweiglein gelegt, auch heute noch.

image004

Der Hochaltar im Chor ist barocker Herkunft und dürfte um 1700 entstanden sein.  Der Mittelteil mit dem lebensvollen Bildnis des Patrons wird durch zwei goldschimmernde gewundene Säulen eingerahmt. Früher sah der Hochaltar anders aus. Die beiden Flügel des spätgotischen Altars sind abgewandert und zwar nach Zürich. In einem Saal  des schweizerischen Landesmuseums kann man die wohl bald halbjahrtausendalten Altarflügel bewundern.  Sie stellen Johannes den Täufer und den Heiligen Luzius sowie Maria Magdalena und die Heilige Barbara mit ihren Symbolen  dar.

Der Kirchturm wurde 1901 gebaut. Der Kalk für den Bau wurde hier gebrannt. In unzähligen Fronarbeitsstunden wurde das Material mit Zugtieren geführt.  Auch drei der vier Glocken wurden dann  gekauft. Am 22. November 1901 wurden sie von Bonaduz mit Pferden nach Ilanz gebracht.

Mühsamer war dann der Transport von Ilanz nach Ladir, da die Strasse noch nicht gebaut war. Alle Männer von Ladir  und 9 von Ruschein sind mit Seilen, Stossen und Halten behilflich gewesen, die schwere Last nach Ladir zu bringen. Die grosse Glocke wiegt immerhin 1270 kg.

Seit  1964 steht die Kirche unter Bundesschutz. Bis 1972 waren die Zifferblätter am Turm nur aufgemalt. Dann hat man auf der Dorfseite eine richtige Uhr eingebaut.